Muss der Norden bald weniger für Strom bezahlen?

03.06.2016 17:54

PRESSEMITTEILUNG 03. Juni 2016 

Muss der Norden bald weniger für Strom bezahlen? 

 

MoinPress – WIESMOOR. Kürzlich setzten sich die Ministerpräsidenten der Länder mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zusammen, um zu besprechen, wie es mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien weitergehen soll. Einig wurde man sich bei diesem Thema nicht. Aber was uns Verbraucher wirklich interessiert: Was wird aus dem Strompreisen? Die Förderung des Ökostroms soll ab 2017 umgestellt werden. Die auf 20 Jahre festgelegten Garantiepreise für die Stromabnahme fallen weg. Ausgeschrieben werden anstelle Projekte wie „den Zuschlag bekommt derjenige, der am wenigsten Subventionen verlangt“. Falls es so kommt, sollten auch die Kosten für die Verbraucher sinken. Wenn alles so kommt, dann sollten eigentlich auch Kosten für die Verbraucher sinken – jeden falls auf die Finanzierung der EEG-Umlage. Für den Ausbau der Stromerzeugung aus Sonne, Wasser, Biomasse und Wind müssen Verbraucher momentan pro Jahr rund 24 Milliarden Euro Umlagen bezahlen. Bei uns in Norddeutschland ist die Energiewende eigentlich schon verwirklicht. Der Strom, der bei uns im Überfluss vorhanden ist, kann aber nicht in die Bundesländer im Süden befördert werden. Die Fertigstellung der Stromtrassen und der Ausbau verzögert sich. Stattdessen transportieren die Erzeuger die Energie zu unseren europäischen Nachbarn wie Polen. Der billig angebotene Strom aus Deutschland macht dort jedoch die Marktpreise kaputt und verursacht bei den Stromanbietern Schäden in Milliardenhöhe. Der EU-Plan: Der Strom aus dem Norden Deutschlands, der günstig ist und den es im Überfluss gibt, soll nur noch in der Region angeboten werden. Worüber streitet man sich also noch? Zentral geht es um das Tempo beim Ausbau des Ökostroms in den nächsten zehn Jahren. Ziel ist die Anpassung für Wind, Sonne und Biomasse. Circa 40 bis 45 Prozent des Stromverbrauchs sollen bis 2025 aus ÖkostromQuellen kommen. Im Moment liegt er bei etwa 32 Prozent. Die Union drängt auf Kürzungen bei der Windenergie. Die Länder verfolgen jedoch andere Interessen. Im Süden sind Biomasse und Solarenergie wichtig, im Norden setzt man mehr auf Windenergie. Sigmar Gabriel, der Bundeswirtschaftsminister, möchte den Neubau von On-Shore-Windkraftanlagen drosseln, es fehlen die Stromleitungen, um den Strom in den Süden zu transportieren. Ohne Beschränkungen würden die Netzkosten deutlich steigen. Das ist der Grund, warum der Windausbau an Land (On-Shore) weniger gefördert werden sollte. Zusätzlich plant der Bund den Ausbau für Norddeutschland zu verlangsamen, weil die Netze weitestgehend überlastet sind. Fazit: Auf Stadtwerke und Energieversorger in unserer Region, die massenhaft Windräder in die Landschaft stellten, kommen voraussichtlich schwere Zeiten zu. Hat man doch mit den Erlösen aus der Windkraft manches Loch in der Haushaltskasse ausgeglichen. Die unüberlegten Fehlentscheidungen könnten insbesondere für einige Stadtwerke im Norden der Republik fatale Auswirkungen haben. 

 

Pressekontakt: Susanne Hülsebus moinEnergie Presseabteilung E-Mail: susanne.huelsebus@moinenergie.de www.moinenergie.de Büro: moinPress Susanne Hülsebus Großwolder Straße 68 26810 Westoverledingen Telefon: 049 55/936 64 88 Fax: 049 55/936 64 84